Wissenschaftliche Grundlagen und Funktionsweise von CAPTain

Paarvergleichsfragen:

Die Vorgabe von Paarvergleichsfragen hat gegenüber der Auswahl von abgestuften Skalen den Vorteil, mögliche Entscheidungssituationen des Alltags besser abzubilden. Dies macht das Frageformat realitätsnäher und verfälschungssicher, da jeweils gleich attraktive Antwortmöglichkeiten vorgegeben werden.

 

kriterienorientierte Diagnostik

Die meisten psychologischen Tests sind normorientiert. Das bedeutet, dass das jeweilige Testergebnis mit einer Vergleichsstichprobe (z.B. 2000 Frauen mit Hochschulreife im Alter von 30-39 Jahren)  in Bezug gesetzt wird. Dadurch  kann festgestellt werden, wie viel Prozent der Vergleichsstichprobe einen höheren Wert als die Testperson auf dem jeweiligen Merkmal erzielt haben.

Das unseren Tests zugrunde liegende messtheoretische Modell ist das der kriterienorientierten Diagnostik, deren Ziel es ist, die Stellung des Probanden relativ zu den aufgestellten Kriterien zu ermitteln. Dies hat besonders für die Eignungsdiagnostik Vorteile: Für eine Personalauswahlentscheidung ist es zum Beispiel wenig interessant zu wissen, wie selbstständig ein Bewerber oder eine Bewerberin im Vergleich zu seiner Alters- und Bildungsgruppe arbeitet

(z. B.: selbstständiger als 60 % der Vergleichsgruppe), sondern ob die Person exakt das Maß an Selbstständigkeit realisiert, das für die spezifische Position gefordert ist.

 

Theoretische Grundlage:

Unsere Tests und Fragebögen orientieren sich an der von Henry A. Murrey entwickelten Persönlichkeitstheorie. Diese geht von zwei entgegengesetzten Kräften aus, die menschliches Verhalten bestimmen:

  1.  „needs“: innere Spannungslagen wie beispielsweise Bedürfnisse, Strebungen, subjektive Wünsche und Haltungen, und
  2.  „presses“: Umweltanforderungen an die Person

Die Theorie fokussiert also auf die Schnittstelle zwischen inneren Bedürfnissen und äußeren Anforderungen; auf die Passung von Person und Umwelt. Hier setzen auch unsere Tests an indem sie messen, welche Verhaltensmuster sich in diesem Spannungsfeld herausgebildet haben.

 

DIN 33430

Die DIN 33430 setzt Maßstäbe an die Güte, Seriosität und Kosteneffizienz von psychologischen Verfahren zur Eignungsdiagnostik. Die Kompatibilität des Herzstücks unserer Tests, CAPTain Advanced, mit der DIN 33430 wurde geprüft und bestätigt.

 

Hier finden Sie weiterführende Informationen über die theoretischen und wissenschaftlichen Grundlagen von CAPTain.

 

Gütekriterien

  • Die Objektivität der Testdurchführung ist durch die computergestützte Anwendung und Auswertung zu einem Höchstmaß erfüllt.
  • Durch Schulungen und differenzierte Auswertungshilfen stellen wir die Objektivität der Interpretation sicher.
  • Die Reliabilität von CAPTain Advanced wurde mittels Test-Retest-Verfahren ermittelt. 92 % der CAPTain Advanced - Skalen haben einen höheren Wert als r = .50 und bei 58 % ist der Wert sogar höher als .70. Der Mittelwert beträgt r = .64. Dieser Wert ist angesichts der Tatsache, dass CAPTain kein Persönlichkeitstest ist, sondern relativ leicht veränderbare psychologische Konstrukte misst, durchaus angebracht.
  • Die äußere Validität von CAPTain Advanced wurde durch eine Korrelation des Testwerts mit der Selbst- und Fremdbeurteilung durch die Führungskraft ermittelt (N=825).  CAPTain stimmte am geringsten mit der Selbstbeurteilung und am höchsten mit dem Mittelwert aus Selbst- und Führungskraftbeurteilung überein. Das bedeutet erstens, dass es der Testperson nicht möglich ist, das CAPTain-Ergebnis entsprechend ihrem Selbstbild zu manipulieren und zweitens, dass CAPTain-Ergebnisse das vorhersagen, worauf sich Führungskräfte und Mitarbeitenden am wahrscheinlichsten einigen können. Daher wird dieser Wert als optimaler Akzeptanzwert bezeichnet.
  • In bisher vier Studien (zuletzt im Jahre 2007) wurden die CAPTain-Ergebnisse mit dem beruflichen Erfolg von 880 Testpersonen - gemessen durch Kriterien wie Gehalt, Beförderungen, beruflichen Erfolgen und Einschätzungen durch die Führungskraft - verglichen. In jeder Studie konnten signifikante Unterschiede zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen bzw. zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Mitarbeitende festgestellt werden.
  • Als Kriterium für eine Untersuchung der prognostischen Validität von CAPTain (N = 1840) wurde beispielshaft die Umsatzleistung von Vertriebsmitarbeitern und -mitarbeiterinnen herangezogen. Nach 12 Monaten erzielten neue Mitarbeitende, die mit CAPTain ausgewählt wurden, einen um 15 % höheren Umsatz als die ohne CAPTain ausgewählten. Nach 24 Monaten lag die Umsatzsteigerung bereits bei 26 %.